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Wenn sich die Augen nach einer gewissen Zeit an die Dunkelheit gewöhnen, heißt das, ich muss nur lange genug im Dustern tappen, um irgendwann etwas erkennen zu können?Weiter lesen

Im Eingang des Hotels sitzt eine Katze auf dem abgewetzten Läufer hinter der trägen Automatiktür, deren Glas so bleich ist wie der Pförtner, der eben die halbe Zigarette unter seinem Schuh gelöscht hat, um mich begleiten zu müssen. Er folgt mir wie einem notwendigen Übel, das seine Zeit stiehlt, die eben noch an der Kippe hing. Die Katze starrt an mir vorbei auf die leere Strasse, als wolle sie den verborgenen Geist ihrer eigenen Unberechenbarkeit hypnotisieren. Wie eine deplatzierte lebendige Statue verharrt sie im Flur als ein Sinnbild für die konsequente Gleichgültigkeit dieses Ortes, der das Ziel haben muss stillzustehen und dem verzweifelten Zeitgeist sowieWeiter lesen

Ich möchte gern    mein Spiegelbild zerschlagen. Mir missfällt alles, was ich darin sehe.   Also verstecke ich meine Arme, indem ich sie nach innen krempele und zwischen Brustkorb und  Wirbelsäule zwänge. Meine Beine stauche ich so lange zusammen, bis sie als unförmige Auswüchse meiner Arschbacken durchgehen. Dann ziehe ich noch meinen Kopf ein, der nun von meinen viszeralen Händen festgehalten wird.   So liefere ich kaum noch Angriffsflächen und bin so stromlinienförmig wie möglich. Ich sehe aus wie ein abgegriffener Spielball, der seinen eigenen Ballast verschlingt. Man kann mit mir machen, was man will. Ich habe keine Ziele oder Träume oder  andere Zwänge.  NichtWeiter lesen

Meine Gedanken schleppen sich wie träger Bodennebel über den grau melierten Asphalt, rollen wie Flusen an verstaubten Steinen entlang und wühlen sich durch das Unterholz meiner regungslosen Fantasie. Am Fuße des abgestorbenen Gewächses treffe ich Maulwürfe und Regenwürmer, die blind und taub sind und ihr Heil deshalb im Dickicht der Dunkelheit suchen. So wie ich. Der ich den Konjunktiv liebe. Er indiziert vage den unendlichen Raum der Möglichkeiten und befreit meinen Kopf von seiner der Schädelform geschuldeten Klaustrophobie. Für kurze Momente. Ich könnte mich also aufraffen und versuchen, meine Sinne zu reanimieren und etwas zu empfangen. Selbst, wenn es nur das trockene Rascheln meiner BelanglosigkeitWeiter lesen

Sei mal nicht so albern oder nicht so düster, nicht so unberechenbar und auch nicht so lüstern Sei bitte nicht so frech, so schüchtern und so faul, sei nicht so affektiert und hab‘ nicht immer Recht Und wenn Du all das nicht bist und schon mal dabei bist, gib‘ folgendes dazu, sei bitte nicht so DUWeiter lesen

Du zeigst den Mut, wo wir verzagen, das auszusprechen und zu sagen, was Wahrheit ist und nicht Betrug   Betrug an uns und an der Welt, die uns nun in den Rücken fällt, den wir ihr zugewendet haben   Verzeih‘ den Neidern und den Blinden, die denken, dass sie schlauer sind, wenn sie den Kopf im Sand versenken, der ihnen durch die Finger rinnt   So wie die Zeit, die wir nicht haben, genauso wenig wie die Gabe, das Spiegelbild zu reflektieren und auch noch zu ertragen   Wir sind so, wie der Geist uns schuf, der meint, der Mensch ist gottesgleich und nicht einWeiter lesen

Nach dem Streit steht die Stille im Haus wie ein dunkler Monolith,geformt aus dem Eis der gefallenen Worte Erst wenn sich auch die Gemüter abkühlen  und ihre Hitzegroßherzig mitdem Raum teilen   besteht die Möglichkeit,den Stein zu schmelzen und der Versöhnung die Tür zu öffnen, als sie weiter draußen frieren zu lassenWeiter lesen